Unsere Pferde

Familienmitglieder mit Charakter

Raven

Weltbester Westernfriese

Friesenmix Dame

geb. am 15.08.2015
(Milka)
Stockmaß 148cm

Insanity

Die beste Reitlehrerin

Pinto Stute

geb. am 22.09.1997 
(Cindy)
Stockmaß 150 cm

Loki

Das große Kuscheltier

Pura Raza Espanòl- Wallach

geb. am 16.03.2017
(Rencoroso)
Stockmaß 160 cm

Tequila Horizon

Tequila Horizon

Die coole Schönheit

Quarter Horse Stute

geb. am 11.04.2020
(Michele Freckles)
Stockmaß 148cm

Unser erstes Pferd

Eigentlich wollten wir ein ganz anderes Fohlen kaufen, doch die erst fünf Monate alte, forsche und neugierige Raven belagerte uns vom ersten Moment an – und so war schnell klar: Nicht wir haben Raven ausgesucht, Raven hat uns ausgesucht.

Wir wussten garnichts über Pferde und hatten den Plan mit diesem wunderbaren kleinen Geschöpf gemeinsam zu lernen, und wider aller Vorhersagen der Pferdexperten um uns rum, ist genau das gelungen.

Das war nicht immer einfach, und es kostete sehr viel wunderbare, aber auch anstrengende Zeit, endlos Geduld und immer wieder Lernen von solchen, die wussten was sie tun. Heute ist Raven ein Verlass-Pferdchen, das uns blind vertraut, und überall hin folgt. Raven liebt Menschen.

Als Chefin der Herde nimmt sie ihre Aufgabe ernst – aber sie ist keine Machtbesessene. Eigentlich gibt sie die Führung sehr gern an den Menschen ab, sofern der ihr Sicherheit gibt. Denn ganz ehrlich: alles ständig allein im Griff zu haben, ist ziemlich anstrengend. Kennt sie den Menschen und vertraut ihm, ist sie das chilligste Pferd, das man sich vorstellen kann. Ist der Mensch aber unaufmerksam oder selbst ängstlich – tja, dann zieht sie eben die Chefinnenjacke an und macht den Job selbst.

Sie ist sehr fein zu reiten, wenn die Signale klar sind. Sind sie es nicht, tut sie… nichts. Punkt. Wer Raven flüssig reiten kann, kann im Grunde jedes Pferd reiten. Holzkopf-Charakter inklusive: Wenn man etwas von ihr möchte, muss man es auch wirklich wollen. Und wenn man mal mehr will als sie (es gibt ganz offensichtlich geheime Ruhetage in der Pferdegewerkschaft), dann kann sie schon mal mit mehr Energie antworten, als man erwartet hatte.

Gleichzeitig ist sie im Gelände einfach genial: absolut trittsicher und sehr bequem zu sitzen. Als echtes Gewerkschaftspferd hält sie viel von Ruhezeiten und gleichmäßigem Arbeitstempo. Wenn sie aus „Sicherheitsgründen“ doch einmal findet, dass die Geschwindigkeit kurz erhöht werden sollte, zeigt sie das – aber nur für einen Moment. Dann ist sofort wieder Feierabend. Sie reagiert nicht kopflos, nicht panisch – Raven ist eine Bank. Nur mit Humor und dem Gemüt von Baloo dem Bären.

Ihren Namen bekam sie bereits beim ersten Treffen, aufgrund Ihrer damals noch schwarzblauen, rießigen, kugelrunden Augen, mit denen sie mir direkt ins Auge blickte, während sie an meinem Kragen knabberte und ganz leise hörte ich sie sagen: „ Hi , ich bin Raven“

Die beste Reitlehrerin von allen

Insanity kam bereits als ältere Dame mit einigen Macken zu uns.

Als unsere Raven langsam auf dem Weg war, ein Reitpferd zu werden, mussten natürlich auch wir zu Reitern werden. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Pferd, das uns all das beibringen konnte, was wir noch lernen mussten.

So trafen wir Insanity – damals noch Cindy. Ein Anfängerpferd war sie eher nicht. Menschen gegenüber sehr misstrauisch und „Ansteigen bei Erstkontakt“ gehörte direkt zum Kennenlernprogramm. Bei ihren Vorbesitzern ließ sie sich nur mit Kette über der Nase führen. Und trotzdem war ich sofort verliebt in sie – tief in mir wusste ich : die zu uns gehört.

Sich ohne große Ahnung ein Pferd zu kaufen, das sich wie ein einziges Nervenbündel benimmt, war natürlich Wahnsinn. Genau deshalb bekam sie auch ihren Namen von uns: Insanity – er beschreibt sowohl ihren damaligen Zustand als auch die Sinnhaftigkeit unserer Entscheidung ziemlich treffend.

Es brauchte Zeit, bis wir lernten, einander zu vertrauen – doch dann wurde es großartig. Geduldig sah sie über unsere Unkenntnis hinweg, nahm Rücksicht, wenn sie merkte, dass wir unsicher waren, und zeigte uns im Grunde alles, was wir wissen mussten. 

Auch heute noch ist sie das Pferdchen, auf das wir jederzeit unsere Reitkinder setzen können. Geduldig und sehr empathisch spürt sie, was sie von ihr wollen – fast so, als könnte sie Gedanken lesen – und öffnet ihnen damit auf ganz einfache und natürliche Weise den Zugang zum Reiten.

Mit ihren 29 Jahren genießt sie inzwischen ihre wohlverdiente Altersteilzeit. Große Trails geht sie nicht mehr, und sie trägt nur noch zwei- bis dreimal pro Woche Gewichte bis maximal 50 kg. Trotzdem macht sie ihren Job noch immer – als beste Reitlehrerin von allen – und schenkt unseren Reitkindern Sicherheit und Vertrauen im Sattel.

Der Kuschelprinz auf der Erbse

In Loki war ich auch auf den ersten Blick schockverliebt und deshalb habe ich ihn mit zweieinhalb Jahren als Hengst direkt aus Spanien geholt.
Es war immer klar, dass Raven langfristig einen gleichaltrigen Partner bekommen sollte, da Insanity aufgrund ihres Alters nicht ewig an ihrer Seite bleiben kann. Also zog der junge Herr als roher Hengst bei uns ein und entpuppte sich vom ersten Tag an als echtes „Kuscheltier“.

Wir haben uns – unter gelegentlichem Kopfschütteln – mit diesem „Kuschelprinz auf der Erbse“ wirklich alles selbst erarbeitet. Er war nicht nur roh, sondern komplett ohne alles – er kannte noch nicht einmal das Aufhalftern, dafür war er aber von Anfang an ein Meister darin, seine Skepsis sehr energetisch kundzutun.

Während Insanity uns Vertrauen im Sattel beigebracht hat, zeigte mir Loki, dass Pferde auch „Flugunterricht“ geben können. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mich dieser Kerl heruntergewirbelt hat. Aber man lernt dabei, dass ein Absturz nicht so tragisch ist – und mit jedem erneuten Aufsteigen wird man ein kleines bisschen mutiger und das Pferd ein wenig sicherer.

Heute können wir uns „denken hören“. Wir sind miteinander gewachsen – und wissen dass wir uns aufeinander verlassen können. Trotzdem bleibt er unsere sensible Primadonna – anspruchsvoll, aber auch ein sehr feines Pferd, mit dem man sowohl am Boden als auch im Sattel „tanzen“ kann.

Auf unseren Trails geht er meist als Führpferd voran – und nebenbei als „mobiles Fotostativ“. So entstehen in dieser großartigen Natur die schönsten Erinnerungsbilder der Erlebnisse unserer Reitgäste.

Loki ist ein wenig wie Gandalf: Aus Loki dem Grauen wird mit jedem Jahr ein Stück mehr Loki der Weiße – und irgendwann sitze ich auf einem schneeweißen Gandalf-Pferd. Und dann höre ich auch auf, meine Haare zu färben – und werde Elke die Weiße. 😉

Und falls sich jemand fragt, woher der Name kommt: schlanke Silhouette, spezieller Charakter und eine Optik, die sich ständig verändert – da blieb uns eigentlich gar nichts anderes übrig als „Loki“

Die coole Schönheit

Für die Zukunft unserer kleinen Ranch haben wir lange nach genau dem Pferd gesucht, das unser „Portfolio“ abrundet. Und dann haben wir – ganz unverhofft – Tequila gefunden und ohne viel Vorlauf zu uns geholt. So ist das eben: Man sucht „vernünftig“ – und bekommt Tequila Horizon.

Das wunderhübsche Quarter-Mädchen kam mit eineinhalb Jahren aus einer Zucht in Tschechien zu uns und war da schon wirklich toll sozialisiert. Die großartige Vorarbeit der Züchterin hat aus der jungen Dame ein außergewöhnlich gelassenes Jungpferd gemacht.

Sie lernt gefühlt in Lichtgeschwindigkeit – manchmal auch Dinge, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie ihr gerade beibringen.

Anders als Loki hatte Tequila mit eineinhalb Jahren schon ein sehr solides Fohlen-ABC im Gepäck. Auch sie liebt Menschen – kann aber, wenn es um Leckerlis geht, durchaus mal ein bisschen fordernd werden. Kurz gesagt: höflich, aber sehr überzeugend. Diese kleine Unart hat sie praktischerweise direkt mitgebracht.

Sie stammt aus einer Cutting-Linie und bringt das entsprechende Selbstbewusstsein mit. In der Freiarbeit braucht es daher eine klare Körpersprache – und einen guten Plan. Selbst Raven muss die junge Dame hin und wieder deutlicher in ihre Schranken weisen – obwohl ich sicher bin, dass sie ihr den Job als Chefin gern überlässt, sobald sie Tequila für würdig hält. Bewerbungsgespräch läuft.

Heute, mit fünf Jahren, ist sie bereits so souverän, dass sie auf Geländeritten vorangeht, während die anderen Pferde stehen bleiben und skeptisch fragen: „Ist das wirklich safe?“
Tequila fragt auch – aber nur mit einer winzigen Geste. Sagt ihr Mensch dann „Alles gut“, nickt sie innerlich ab und geht los. Problem gelöst!

Wie alle meine „selbsterzogenen“ Pferde geht sie auch souverän allein ins Gelände oder überall dorthin, wohin Menschen ihres Vertrauens gehen. Menschen findet sie generell großartig und auch deren Einrichtungen. So kann es schon vorkommen, dass sie bei der „Heizungsraum-Inspektion“ erwischt wird, wenn jemand die Tür offen lässt. Qualitätsmanagement ist ihr wichtig.

Inzwischen hat sich Tequila außerdem zum Liebling unserer Horsemanship-Kinder entwickelt. Da scheint das Mindset einfach zusammenzupassen: alle extrem aufnahmefähig, lernwillig, neugierig und herrlich jugendlich unbeschwert. Sie machen gemeinsam ihre Fehler – und wachsen genau daran.

Tequila ist ein Genuss zu reiten.
Sie ist hochmotiviert, lernt rasant, sitzt sich wie ein Sofa auf vier Beinen, bleibt geduldig – und ist dabei meistens tiefenentspannt. Nur die Ohren arbeiten im Dauerbetrieb.